#19 epistemic/ potential
AS: Wo ich immer gedacht hab, unser gemeinsamer Prozess, so vorzugehen, schärft meinen Verstand,
DI: Ja.
AS: Aber eigentlich schärft es meine Intuition.
DI: Ja.
AS: Aber eigentlich schärft es meine Intuition.
In diesen neuen Formen des Denkens, diesen neuen Wissens- und Geschlechterformen, den Ansätzen neuer Wissens- und Geschlechter-Un/Ordnungen sind Ration UND Intuition vertreten, nun aber nicht in einer bipolar getrennten Formation, sondern in den unterschiedlichsten Ausprägungen des Und, des beyond, des inbetween.
Diagramm #1
Elekroakustische Komposition basierend auf dem Diagramm-Sodomka von Adelheid Mers, 2012Andrea Sodomka, 2013
Zur Kompositionsmethode des Diagramms#1:
Diagramm#1 ist entstanden im Rahmen eines Projektes der Künstlerin Adelheid Mers.
Seit 2008 führt Adelheid Mers Gespräche mit KünstlerInnen, WissenschafterInnen, etc,. verschiedenster Provenienz über ihre Arbeit und fertigt darüber Diagramme an. Im Sommer 2012 hat sie mich in Wien interviewt. Das daraus entstandene Diagramm habe ich als Partitur für die elektroakustische Komposition Diagramm#1 verwendet.
Auf der einen Seite war es für mich sehr wichtig dieses Diagramm als Partitur zu "spielen". Möglichst präzise die Notation zu interpretieren. Den vorgegebenen Linien zu folgen.
Auf der anderen Seite habe ich mich um eine möglichst große "Absichtslosigkeit" in der klanglichen Interpretation bemüht. Das heißt: nicht viel darüber nachzudenken, warum ich welchen Klang mit welcher elektroakustischen Bearbeitung und welchem Zeitverhalten auswähle.
Und möglichst diszipliniert bin ich diesen Intuitionen auch gefolgt.
Die Klangbasis der Komposition sind Aufnahmen von 3 Streichinstrumenten:
Cello, Violine, Kontrabass, jeweils 1 Ton. Diese wurden elektroakustisch bearbeitet, und zwar indem kürzeste Ausschnitte dieser Instrumentenklänge "eingefroren" wurden. Herausgekommen sind dabei in der Folge 3 virtuelle Instrumente (jeweils 1 Ton, ungefähr ein d1), bei denen jedes die Klangeigenschaften aller 3 Instrumente hat, in unterschiedlichen Stimmungen.
Diese 3 Linien - eigentlich 2: subj und obj mit einer Verknüpfung/Klangverschränkung dazwischen- sind zusammengeflossen und in der Matrix weiter in ihre Bestandteile zerlegt und wieder neu zusammengefügt worden.
Gleichzeitig mit dieser neuen Mischung zerlegen sich die Klänge in immer kleinere Partikel:
über bleibt ein Polyrhythmus, bestehend aus den "grains" - den kleinsten Teilchen- der urspränglichen Klänge. Der Rhythmus ist sehr unregelmäßig, sehr schief. Um ihn als rhythmische Erfahrung auch hörbar zu machen, habe ich im letzten Schritt ganz klare einfache maschinengenerierte Takte hinzugefügt, obwohl das eigentlich nicht meiner Vorstellung entsprochen hat, ...Dieser Polyhythmus bedeutet für mich auch, dass die verschiedenen Teile sich nicht unbedingt vermischen, ineinander übergehen müssen, sondern wahlweise -eben rhythmisch- eingesetzt werden können.
Auf jeden Fall sind alle Klänge immer die gleichen, vom Anfang bis zum Ende, nur eben in verschiedenen Zuständen, Kombinationen und Zeitabläufen.
http://alien.mur.at/sound/diagramm
http://adelheidmers.org/